Samsung Galaxy A51 im Test: Quad-Kamera top, Leistung niedrig

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Birgit Götz

Das Samsung Galaxy A51 sieht auf den ersten Blick großartig aus. Nach längerer Nutzung zeigen sich jedoch einige frustrierende Mängel.

Samsung Galaxy A51: Günstiges Handy in elegantem Design

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Samsung Galaxy A51: Günstiges Handy in elegantem Design

© Samsung

Mit dem

Galaxy A51 für nur rund 300 Euro

beweist Samsung, dass es solide Mittelklasse-Handys bauen kann. Sein Flaggschiff-ähnliches Design und die zuverlässigen Kameras bilden die Grundlage für ein ausgezeichnetes Smartphone, während die Nutzeroberfläche One UI eine hervorragende Benutzererfahrung bietet. Die Leistung dagegen ist wenig beeindruckend, und der Fingerabdruck-Scanner im Display ist eine große Enttäuschung. Samsung-Fans mögen über diese Unzulänglichkeiten hinwegsehen, aber in diesem Punkt ist das Galaxy A51 mit seinem Preis von knapp 300 Euro nur eingeschränkt zu empfehlen.

Wenn Sie an Samsung-Smartphones denken, werden Ihnen wahrscheinlich die S- und Notes-Reihen einfallen. Während diese Modelle und eine neue Generation faltbarer Smartphones die meisten Schlagzeilen machen, vergisst man leicht die erschwinglicheren Geräte, die jedes Jahr auf den Markt kommen. Das war auch 2019 nicht anders, 37 Smartphones wurden in nur 12 Monaten neu vorgestellt. Eines der letzten war das Galaxy A51. Ziel war, ein erschwingliches Gerät anzubieten, das trotzdem die Dinge beinhaltet, die Samsung so erfolgreich gemacht haben.

Allerdings wird der Ruf einer Marke im hart umkämpften Markt der Mittelklasse nur wenig zählen. Wie also kann sich das Smartphone gegenüber der Konkurrenz behaupten?

Das Design

Das Design des Galaxy A51 sieht glatt und modern aus, das Smartphone könnte optisch leicht als Top-Handy durchgehen. Betont wird das durch das atemberaubende “Prisma Crush White”. Aber es gibt das A51 auch in ähnlich auffälligen Blau- und Schwarztönen.

Modernes, hochpreisig wirkendes Design: Samsung Galaxy A51

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Modernes, hochpreisig wirkendes Design: Samsung Galaxy A51

© Copeman / techadvisor.co.uk

Smartphones mit Glasrückwand gibt es üblicherweise auch in diesem Preissegment, aber Samsung hat sich für ein Kunststoffdesign entschieden. Dennoch bleibt es ein unglaublich glattes Smartphone, wodurch es dazu neigt, aus einer Tasche oder von der Armlehne eines Stuhls zu rutschen. Eine Hülle ist dringend zu empfehlen.

Das Galaxy A51 hat eine Vierfach-Rückkamera. Neben der Hauptkamera mit 48 Megapixeln (MP) gibt es eine 12-MP-Ultraweitwinkel-Kamera, einen 5-MP-Makro- und einen 5-MP-Tiefensensor. Diese sind in einem Modul angeordnet, das sehr stark an das reguläre

Galaxy S20
erinnert, was darauf hindeutet, dass Samsung billigere Smartphones verwendet, um bestimmte Designelemente zu testen, bei denen weniger auf dem Spiel steht.

Wenn man das Smartphone umdreht, sieht man ein 6,5-Zoll-OLED-Panel mit einer Auflösung von 1080 x 2400. Schön, dass Samsung auch bei den günstigeren Modellen auf die OLED-Technik setzt, wenn auch die hohe QHD+-Auflösung der Top-Handy nicht zum Einsatz kommt. Die schlanken Einfassungen werden nur von einer Loch-Kamera durchbrochen, die sich digital ausdehnt, wenn sie für die Gesichtserkennung zum Entsperren verwendet wird. Durch die Platzierung in der oberen Mitte des Smartphones fühlt es sich symmetrisch an.

Das Gerät fühlt sich viel kompakter an als die 6,5 Zoll des Displays vermuten lassen, was auf das Seitenverhältnis von 20:9 und die beeindruckende Screen-to-Body-Ratio von 87,4 Prozent zurückzuführen ist.

Zu den Aluminium-Seitenleisten des Geräts gibt es nicht viel zu sagen. Sie sind einigen gut fühlbaren physischen Tasten und einem nach unten gerichteten Mono-Lautsprecher ausgestattet. Das ist für die sozialen Medien oder Youtube-Videos durchaus brauchbar. Wer fernsehen oder Filme anschauen will, sollte Kopfhörer anschließen.

Die Aluminium-Seitenleisten enthalten ein paar Tasten und Mono-Lautsprecher

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Die Aluminium-Seitenleisten enthalten ein paar Tasten und Mono-Lautsprecher

© Copeman / techadvisor.co.uk

Kopfhörer können drahtlos (mit Bluetooth 5.0) oder kabelgebunden über die 3,5-mm-Buchse angeschlossen werden. Schön, dass der Anschluss hier beibehalten wurde, wo er gut neben dem USB-C-Ladeanschluss verstaut ist.

Hardware und Leistung

Ist das Galaxy A51 aufgrund seines Designs kaum von Flaggschiff-Modellen zu unterscheiden, erzählt das Innenleben eine andere Geschichte. Das Gerät ist mit Samsungs eigenem Prozessor Exynos 9611 ausgestattet, der als vergleichbar mit dem Snapdragon-730-Chipsatz von Qualcomm gilt. Das ist entschieden Mittelklasse, insbesondere in Kombination mit einem Mali-G72-GPU.

Leider hat man beim Galaxy A51 das Gefühl, dass es mehr Rechenleistung benötigt. Es gibt zwar keine Verzögerung, doch fühlt sich die Bedienung auf der gesamten Benutzeroberfläche etwas träge an. Die Erfahrung mag extremer erscheinen, wenn Sie zuvor Displays mit höherer Bildwiederholrate genutzt haben. Eingabeverzögerungen können bei der Nutzung dieses Smartphones frustrieren. Nur 4 GB RAM helfen da definitiv nicht. Das A51 ist perfekt für alltägliche Aufgaben geeignet, bleibt aber weit hinter den High-End-Handys zurück.

Dies wird beim Spielen deutlich. Das A51 ist einfach nicht in der Lage, mit grafikintensiven Titeln wie Call of Duty und Asphalt zurechtzukommen, das Gerät verzögert schnell und überhitzt. Obwohl es nicht explizit für Spiele entwickelt wurde, ist es bemerkenswert, dass es nicht das vollständige Smartphone-Erlebnis bietet.

Software und Funktionen

Das Galaxy A51 wird standardmäßig mit der Benutzeroberfläche One UI 2.0 über Android 10 ausgeliefert. Samsungs neueste Version der Benutzeroberfläche ist nah an Googles Stock Android, und es gibt eine Reihe cleverer Software-Optimierungen. Eine der wichtigsten ist ein dedizierter Silent-Modus, der merkwürdigerweise zugunsten von Do Not Disturb auf Pixel-Telefonen weggelassen wird. Nichtsdestotrotz ist One UI 2.0 eine geschickte und intuitive Interpretation von Android, die die meisten Leute gerne benutzen werden.

Die Informationskarte links neben dem Startbildschirm heißt jetzt Samsung Daily. Es ist vielleicht nicht so nützlich wie das Google-Äquivalent, obwohl es ohne viel Bixby auskommt. Bixby auf dem Galaxy A51 erscheint nur flüchtig, obwohl es standardmäßig ausgelöst wird, wenn man den Power-Knopf lange drückt. Im Gegensatz zu einigen früheren Samsung-Smartphones lässt sich das jetzt aber leicht umstellen, so dass man das Gerät stattdessen tatsächlich ausschalten kann.

Enttäuschend ist der Fingerabdrucksensor im Display. Es ist beeindruckend, dass es diese Funktion bereits bei Mobiltelefonen der mittleren Preisklasse gibt, auch wenn sie im Gegensatz zum Ultraschall der Samsung-Flaggschiffe optisch ist.

Die Nutzung war frustrierend. Die Erkennung hat mit ein und demselben Daumen mal funktioniert und mal nicht. Der Sensor ist sehr  feuchtigkeitsempfindlich. Nach dieser Erfahrung ist die Entsperrung über die Gesichtserkennung empfehlenswerter.

Der Fingerabdrucksensor funktioniert nicht zuverlässig

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Der Fingerabdrucksensor funktioniert nicht zuverlässig

© Copeman / techadvisor.co.uk

Kamera

Die Bildqualität hat seit vielen Jahren Priorität für die Flaggschiffe von Samsung, und dasselbe gilt für die erschwinglicheren Geräte. Das Galaxy A51 wird mit vier rückseitigen Objektiven geliefert – eine offen gesagt lächerliche Anordnung für eine Kamera in diesem Preissegment:

  • 48 Megapixel f/2.0 Hauptkamera

  • 12 Megapixel f/2,2 Weitwinkel

  • 5 Megapixel f/2.4 Makro

  • 5 Megapixel f/2,2 Tiefe

Unsere Testaufnahmen haben wir zwar meist in gut beleuchteten Umgebungen gemacht –  aber die Detailgenauigkeit und der Dynamikumfang sind brillant.

Vier Kameras machen beeindruckend gute Fotos

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Vier Kameras machen beeindruckend gute Fotos

© Copeman / techadvisor.co.uk

Die Flexibilität, zwischen Standard-, Weitwinkel- und Makroobjektiven wechseln zu können, war hervorragend. Überraschend gut  auch der spezielle Food-Modus. Die Live-Focus-Porträtaufnahmen haben viel Mühe mit der Kantenerkennung, auch wenn Samsung es erlaubt, die Hintergrundunschärfe nach der Aufnahme zu korrigieren.

Die 32-Megapixel-Selbstauslöser-Kamera klingt beeindruckend, aber die Ergebnisse sind ein deutlicher Rückschritt. Wie bei so vielen nach vorn gerichteten Sensoren ist der Detailgrad des Motivs gut, aber der Hintergrund ist oft überbelichtet.

Gelegenheitsfotografen dürften mit den Aufnahmen insgesamt sehr zufrieden sein.

Akkulaufzeit

Das A51 wird mit einem 4000-mAh-Akku ausgeliefert. In Kombination mit dem 1080p-Display ergibt dies eine solide, aber unspektakuläre Akkulaufzeit, die bei mäßiger Nutzung einen ganzen Tag lang hält, aber nicht viel mehr.

Allerdings hat das Gerät mit der Standby-Zeit zu kämpfen, wie es in der Vergangenheit schon bei Samsung-Smartphones der Fall war. Dies spiegelt sich in der unterdurchschnittlichen Aufzeichnung von 6 Stunden und 36 Minuten im Akkutest des Geekbench 4 wider.

Da Sie relativ oft laden müssen, ist es gut, dass das 15-W-Schnellladegerät im Lieferumfang enthalten ist. Sie können auch kabellos laden, allerdings bei weitaus langsameren 5 W.

Lesetipp:

Smartphones kabellos laden: Das müssen Sie wissen

Preis-Leistungs-Verhältnis

Sie können das Samsung Galaxy A51 für

rund 300 Euro direkt bei Samsung
kaufen. Weitere Anbieter:

Samsung Galaxy A51 bei Amazon kaufen

Samsung Galaxy A51 bei Saturn kaufen

Samsung Galaxy A51 bei Mediamarkt kaufen

Samsung Galaxy A51 bei Otto.de kaufen

Mit diesem Preis liegt das A51 am unteren Ende des Mittelklasse-Markts. Zu den Rivalen hier gehören das

Oppo Reno 2
und

Google Pixel 3a
. Es gehört noch nicht zu den besten Samsung-Smartphones und wegen der Nachteile kann man nicht von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen.

Fazit

Das A51 ist nicht einfach zu bewerten. Auf den ersten Blick machen das tolle Design und die großartigen Kameras das A51 zu einem aufregenden Gerät. Bei guten Lichtverhältnissen liefert die Kamera Standard- und Weitwinkel-Aufnahmen, die mit Handy-Kameras konkurrieren können, die doppelt so teuer sind.

Auch die Software ist großartig, wobei die One UI auf diesem großen Display wirklich zur Geltung kommt. Allerdings reichen die 4 GB RAM einfach nicht aus, um das Gerät mit Strom zu versorgen, insbesondere in Kombination mit einem durchschnittlichen Prozessor. Samsung hätte die Leistung priorisieren sollen statt experimentelle Technologien wie den Fingerabdruck-Scanner zu testen, der sich als große Enttäuschung herausgestellt hat.

Samsung-Fans werden vermutlich nicht enttäuscht sein, wenn sie dieses Smartphone kaufen – aber es hätte ein vielseitigeres Gerät vom weltweit führenden Smartphone-Hersteller werden können.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei unseren englischen Kollegen auf

techadvisor.co.uk

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